Faith Wilding faßt in ihrem abschließenden Bericht zu SYNWORLD ihre Eindrücke kritisch zusammen.
Sie beklagt die fehlende politische und soziale Analyse.
Der fleischliche, lebendige Körper war sowohl in den Vorträgen als such in den ausgestellten künstlerischen Arbeiten von SYNWORLD kaum vorhanden, wenn dann in Negation, als Figur der Unterdrückung. Der Preis der beschleunigten Automatisierung und Kontrollierbarmachung der Online-Körper besteht im Opfer des Lebendigen und Flüssigen.
Wilding fragt sich, wo die Unsummen an Energien und Forschungsgelder hin fließen. Wer den Profit davon trägt, und wer letztendlich dafür bezahlt.
Was geschieht mit der Mehrheit der Weltbevölkerung, mit jenen, die nicht das Privileg besitzen den Cyberspace als Download Pool ihres Bewußtseins zu verwenden? Mit jenen, die keine fröhlichen und freiwilligen Cyborgs sind, sondern lediglich als Teil einer abstrakten Arbeitsmaschine fungieren?

Faith Wilding: Künstlerin und Theoretikerin, Studio for Creative Inquiry, Carnegie Mellon University
http://mailer.fsu.edu:80/~sbarnes/